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Einträge, die mit oscars getaggt wurden.

Oscar-Prognose 2010

Ende der Woche, am 7. März, finden die 82nd Academy Awards statt. Oscar-nominiert ist wieder ein jeder der Rang und Namen hat und dank der werbeträchtigen Ausweitung von fünf auf zehn Nominierungen beim “Best Picture” hat dieses Jahr auch der ein oder andere Film, der es sonst nicht in die Mutter aller Oscar-Kategorien geschafft hätte (Stichwort: District 9), den Hauch einer Chance auf eine der Über-Trophäen.

Nun möchte ich in diesem Jahr eine neue eayz-Tradition begründen, mich weit aus dem Fenster heraus lehnen und eine Prognose über die Sieger der Oscar-Nacht abgeben. Und weil ich mir – bescheiden wie ich bin – nur in bestimmten Kategorien einbilde, eine Ahnung zu haben, will ich das auch nur für eben diese tun.

Wie der Zufall so will, schrieb mich just in dem Moment, in dem ich meine Affinität zur Traditionsbegründung entdeckte, Anne von Gutschein-Codes.de an, schlug mir ebenfalls eine Prognose vor und offerierte einen kleinen Amazon-Gutschein und einen Contest mit anderen “ausgewählten Filmliebhabern”. Das Ende vom Lied: wer etwas richtig vorhersagt, bekommt einen Punkt, wer falsch liegt, dem wird ein Punkt abgezogen, derjenige mit den meisten Punkten darf sich über einen Amazon-Gutschein von 250€ freuen – sprich: da sag ich doch nicht nein. Mehr Infos und die lachhaften Tipps meiner Kontrahenten findet ihr auf dieser Seite.

Aber lange Rede, kurzer Sinn, hier meine, wie sich am Sonntag herausstellen wird, bemerkenswert richtige Prognose für die diesjährige Oscar-Verleihung:

Bester Film: Avatar
Beste Regie: Kathryn Bigelow (The Hurt Locker)
Bester Hauptdarsteller: Jeff Bridges (Crazy Heart)
Beste Hauptdarstellerin: Carey Mulligan (An Education)
Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz (Inglourious Basterds)
Beste Nebendarstellerin: Mo’Nique (Precious)
Bestes Originaldrehbuch: The Hurt Locker
Bestes adaptiertes Drehbuch: Up in the Air
Bester Animationsfilm: Up
Bester fremdsprachiger Film: Das weiße Band
Bestes Szenenbild: Avatar
Beste Kamera: Avatar
Bester Schnitt: District 9
Bester Dokumentarfilm: The Cove
Beste visuelle Effekte: Avatar

Jetzt ist es raus und wenn’s stimmt, sagt ruhig jedem, dass ihr es hier zuerst gelesen habt. Und wer meint, dass ich einen fatalen Fehler gemacht habe, darf mir in den Kommentaren gerne erklären warum.

Update, 08.03.2010:
Hui, ich lag nur fünf Mal daneben. Wo genau steht hier.

Who wants to be a Slumdog?

Weiter geht’s mit dem Review-Nachholen und mit einem Film, der in der Oscar-Nacht die Aufmerksamkeit auf sich zog wie kein anderer: Slumdog Millionär, die als “feel-good film of the decade” angepriesene, fiktive Geschichte vom bettelarmen Jamal Malik, der es irgendwie zu Indiens “Wer wird Millionär?” schafft und dort, während ihm die ganze Fernsehnation zuschaut, die Chance hat, das ganz große Geld zu gewinnen. Doch ganz so einfach macht es Danny Boyle seinem Slumdog nicht: In der Nacht auf die alles entscheidende Sendung wird Jamal kurzerhand festgenommen, da Polizei und Moderator davon überzeugt sind, der arme, halb kriminelle Junge habe in der Sendung betrogen. Während des Verhörs – und das ist das Grundkonzept des Films – kann Jamal haarklein rechtfertigen, wieso er die Antworten wusste, da diese natürlich unmittelbar mit seiner Lebensgeschichte zusammenhängen.

Meines Erachtens wirkt das ganze ziemlich konstruiert. Wobei Konstruiertheit natürlich nicht unbedingt was negatives sein muss, sondern eine Erzählung mitunter erst erzählenswert machen kann. Hier jedoch wirkt alles aufgesetzt und angestrengt und es scheint mir, als hätte man regelrecht auf diesen Achtungserfolg hinproduziert. Größter Stein des Anstoßes ist jedoch dieser “feel-good film of the decade”-Marketing-Mist! In Slumdog Millionär geht’s um menschenunwürdige Zustände: Armut, Kinderarbeit und Klassenunterschiede, denen man – es sei denn es tritt der höchstunwahrscheinliche Fall ein, dass man es ins Fernsehen schafft – einfach nicht entrinnen kann. Wie kann ich da, auch wenn dem Jungen am Ende Reichtum und seine große Liebe zuwinken, noch von einem “feel-good film” sprechen? Das kann nicht mal die Tanzsequenz am Ende rechtfertigen! Die selben Marketing-Menschen hätten wahrscheinlich auch Meirelles’ City of God, der übrigens IMHO in allen Belangen besser ist als Slumdog Millionär und “nur” für vier Oscars nominiert war, zum “feel-good film” des Jahrhunderts gekürt. Na dann: Bamboocha!

Nun soll aber nicht die Werbung über die Qualität eines Films entscheiden, sondern die Academy. Aber bekanntlich sind deren Wege unergründlich. So auch hier. Zwar ist Slumdog Millionär keinesfalls ein schlechter Film, aber höchstens Durchschnitt und allenfalls so originell, wie es die wöchentliche Folge “Wer wird Millionär?” nach einem Jahrzehnt Laufzeit sein kann – formell und narrativ. Nein, mir wären das keine acht Oscars wert gewesen1. Aber ich bin ja auch nicht die Academy. Noch nicht.

EMDb – Rating: 2,5/5

  1. Der Frage, ob und welche Aussagekraft die Oscars über die Qualität eines Films haben, soll sich in diesem Blog – verzeiht! – ein anderes mal gestellt werden. []

Oscar-Gewinner bereits online (?)

Dear Academy of Motion Picture Arts and Science Officers,
This is the final list of winners of the 81st Annual Academy Awards. As always, please treat this information with extreme care.

Ich weiß nicht mehr viel, aber wenn ein Brief, der mit den obigen Worten beginnt, im Internet auftaucht, dann verheißt das nicht gutes für die Oscar-Verantwortlichen. Und egal, ob dieser Brief nun echt ist oder nicht, dürfte er doch in vielen Kategorien goldrichtig liegen. (via)

Update: Es ist natürlich größtenteils anders gekommen. Wer wissen will wie oder sich die Highlights der Verleihung ansehen möchte, kann das hier bei xDest tun.

For your consideration


Dafür, dass The Dark Knight die erste Comicverfilmung wird, die einen Oscar erhält, setzen sich nicht nur Warner Bros. sondern auch die Macher der Dark Campaign-Webseite ein. Allen voran möchte man natürlich erreichen, dass Heath Ledger post mortem den Oscar für die beste Nebenrolle erhält. Für diesen Zweck hat Fan Artist joshmc das obige Poster gebastelt, dass ich an Warners Stelle sofort in jeder Filmzeitschrift schalten würde. (via)

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