Auch wenn wir ständig nur hin und her verlinken, einen gewissen Charme haben Blogs auch 2010 noch. Nehmen wir zum Beispiel das hiesige .gif der Woche: In den Tiefen des Netzes finde ich sehenswerte .gifs, die ich zum allgemeinen Amüsement hier weiterverbreite. Meistens lassen sich Urheber oder Ursprungsmaterial jedoch nicht allzu leicht ausmachen – hier aber kommt der Blogzauber ins Spiel. Während ich das letzte .gif der Woche einfach nur ulkig fand, kannte sich einer meiner Leser, namentlich Mo, besser aus und machte mich dankenswerterweise per Kommentar darauf aufmerksam, dass es einem Kurzfilm entliehen wurde.
Und siehe da: die nächsten zwei, drei Stunden sitzt yours truly vor seinem Rechner und führt sich das Gesamtwerk des – wie ich mittlerweile auch finde – großartigen Animationskünstlers Don Hertzfeldt vor Augen. Genanntes .gif stammt nämlich aus seinem Oscar nominierten Animationskurzfilm Rejected von 2000, der trotz diverser universitärer Animationsseminare irgendwie an mir vorüber ging und den ihr euch im folgenden direkt ansehen könnt und solltet:
Wenn’s euch jetzt geht, wie es mir ergangen ist, dann wollt ihr definitiv mehr von Hertzfeldt sehen. Und weil wir glücklicherweise in der Zukunft leben ist das auch kein allzu großes Problem, denn bei YouTube lassen sich sämtliche seiner Arbeiten mehr oder weniger problemlos finden. Etwa über diese Playlist. Und wer jetzt erst richtig angefixt ist, findet aktuelle Infos rund um Hertzfeldt und seine Arbeiten auf dieser, seiner Webseite.
Wie könnte man das neue Jahrzehnt (btw: Happy New Year!) in diesem Blog besser beginnen als mit einem absolut abgedrehten Musikvideo/Kurzfilm, in dem ein Frauen fressender Kampf-Trucker einer Blondine nachjagt? Richtig: besser geht’s nicht und vor allem nicht, wenn das auch noch in 8-bit-Optik gehalten ist. (Achtung, nsfw!)
Think Spielberg’s Duel + Russ Meyer’s Faster Pussycat Kill Kill! and Marc Dorcel’s wildest fantasies. All warped into an 8-bit Sega era style graphic. And this clumsy and somehow pretentious description doesn’t even come close to what you’re about to see: it’s très funny, très dirty, très sexy.
Zugegeben Alma, der Kurzfilm von Rodrigo Blaas, dem Pixar-Mitarbeiter der sich zur Umsetzung seines 5-Minuten-Films eine einjährige Auszeit gegönnt hat, ging schon durch sämtliche Blogs, aber das ist ja kein Grund ihn nicht auch in dieses Sammelsurium aufzunehmen. Weil er 1. wohl nur über die Feiertage (legal) geguckt werden kann und 2. von einem Pixar träumen lässt, das auch mal schrägere Filme für ein ausschließlich erwachsenes Publikum produziert.
Der Kurzfilm “The Boob” – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Stummfilm von 1926, der meines Wissens aber auch nicht von Brüsten handelt – handelt, richtig, von einer weiblichen Brust, die aufgrund eines Hi-Tech-Implantats Mordgelüste entwickelt. Das sollte an Informationen reichen, um euch davon zu überzeugen, sich das Ding anzusehen. (nsfw)
Hinter folgendem Kurzfilm mit dem einfallsreichen Titel “8 Days Later” verbirgt sich, klar, ein kleiner Zombiestreifen. Erzählt wird von einem einzelnen Soldaten, der einsam durch das Wasteland der Zombieapokalypse wandert und selbstverständlich Zombies killt. Das ganze ist wunderbar fotografiert, eigentlich aber nur ansehnliche Durchschnittskost – wenn da nicht das wirklich grandiose Ende wäre. Seht selbst:
Das hier ist – mindestens! – der epischste, verrückteste und wahrscheinlich beste Horrorkomödienkurzfilm des Jahres! Sensationelle zehn Minuten lang wird dem Zuschauer in Trailerform der fiktive und namensstiftende Streifen The Horribly Slow Murderer with the Extremely Inefficient Weapon schmackhaft gemacht bzw. sowieso ganz gezeigt. Darin geht’s um die erstmals verfilmte Geschichte, des legendären Löffelmörders, der sein Opfer über Jahre hinweg unentwegt mit einem Löffel malträtiert. Verantwortlich für dieses Spektakel, das nach eigenen Angaben auf fünf Kontinenten in über zwölf Jahren produziert wurde und bereits auf etlichen Festivals Preise abräumt hat, ist Regisseur, Autor und Produzent Richard Gale, der mich hier zutiefst unterhalten hat. Jedes Mal, wenn man mit dem Erflachen der Lach- und Wtf-Kurve rechnet, legt Gale nochmal einen drauf. Im folgenden könnt ihr’s euch komplett ansehen – eure Mittagspause ist also gerettet!
Der Kurzfilm Cart geht der Frage nach, was Einkaufswagen eigentlich so treiben, wenn man sie im Supermarkt zurückgelassen hat. Die Antwort ist ziemlich pixaresk, könnte aber ebenso gut direkt der viralen Werbekampagne einer beliebigen Supermarktkette entliehen sein. Dennoch sieht der 10-Minuten-Film wirklich toll aus und Regisseur und Autor Jesse Rosten gelingt es hier bereits in seinem Erstling Bild- und Tonebene so gekonnt zu vereinen, wie es selbst bei den ganz großen nur selten zu sehen und hören ist. Hut ab.
Wie man hier vielleicht schon das ein oder andere Mal heraushören konnte, bin ich – Pazifismus und “Killerspiele” hin oder her – begeisterter Call of Duty-Spieler. Doch bis zum Erscheinen des nächsten Teils, Modern Warfare 2, ziehen noch einige Wochen ins Land1 und ständig nur spielen, ist auf die Dauer auch nicht das Wahre. Fand auch CoD-Spieler One, weshalb er sich kurzerhand die Sounds aus Teil 4 geschnappt hat und zwei animierte Kurzfilme namens “The Call” und “The Duty” produzierte. Anstelle traditioneller Animation setzt er dabei auf das Prinzip so genannter Motion Comics, wie sie zuletzt u.a. zu Watchmen (iTunes-Partnerlink) erschienen, und haucht seinen skizzierten Bildern so Leben ein. Die Handlung bleibt bei solchen CoD-Fanfilmen zwar auf der Strecke, weniger sehenswert sind sie deswegen aber nicht. Den m.E. besseren The Duty könnt ihr euch im folgenden ansehen, The Call gibt’s bei YouTube.