Dass Spike Jonze (»Being John Malkovich«, »Wo die wilden Kerle wohnen«) einiges auf dem Kasten hat, muss ich euch nicht sagen. Zuletzt hatten wir ihn hier mit seinem grandiosen Kurzfilm »Scenes from the Suburbs« und davor mit »I’m here« … äh, Moment, nee, hatten wir nicht. Und in meinem Twitter-Archiv findet sich auch nichts. Obwohl ich drauf hätte schwören können. Aber egal, denn mittlerweile gibt’s »I’m here« auch bei YouTube (vorher wurde er nur in einer Art digitalem Kino von Absolute Wodka gezeigt, in dem tatsächlich immer nur ein paar Nutzer “Platz nehmen” konnten) und das ist Grund genug, den Film nochmal zu bringen. Also: Wer von euch diese herzzerreißende halbe Stunde über Roboterliebe, Ausnutzung und Selbstaufgabe noch nicht gesehen hatte, sollte das hier und jetzt schleunigst nachholen!
Kurzfilm: I’m here
Bradley Manning Had Secrets
Retrogepixelter Kurzfilm von Adam Butcher, der zeigt, dass es beim Fall Bradley Manning nicht einfach nur um einen Wikileaks Hacktivist geht, sondern um einen jungen Soldaten, der – sicherlich auch durch die umstrittene Don’t ask, don’t tell-Politik des US-Militärs – von Selbstzweifeln und einer Identitätskrise geplagt wird. Prädikat wertvoll und sehenswert!
(Vimeo Direktsecret, via Waxy.org Links)
Story of Genki
Damian, dessen Blog seit Freitag übrigens in einem neuen, erneut schicken Design daherkommt, bringt es auf den Punkt: “Ein so dermassen konzentrierter und homogener Grad an Absurdität über den Zeitraum von siebenundfünfzig Sekunden aufrecht zu erhalten ist ganz grosse Kunst.” Die Rede ist von »Story of Genki«, einem Kurzfilm von David OReilly, der so dermaßen strange ist, dass es einem entweder weh tut oder einen vom Hocker haut. Die Story: Professor Genki, ein, nun ja sagen wir mal, Katzenliebhaber transferiert den Kopf seiner gestorbenen Katze auf sich selbst, frisst fortan Gehirne und erlangt so die Weltherrschaft. Oder so. Aber seht selbst (doch Obacht, vielleicht ist das ganze nsfw, da bin ich mir nicht sicher):
Kurzfilm: Signalis

Gestern vor »The Guard – Ein Ire sieht schwarz« (übrigens absolute Sehempfehlung, ausführliches Review folgt später… Ach, wem mache ich was vor? Im Moment komme ich einfach nicht dazu standesgemäße Rezensionen niederzuschreiben – begnügt euch also mit meinem 140-Zeichen-Kurz-Review), lief folgender, überaus netter Kurzfilm namens »Signalis«. Der Fünfminüter des Schweizers Adrian Flückiger handelt vom Wiesel Erwin, das in einer Ampel arbeitet und wohnt und dort nach einem strengen Zeitplan für die richtige Ampelschaltung verantwortlich ist. Das ist nicht nur eine bizarr-gute Idee, nein, das ganze ist auch noch als liebevoller Slow-Motion-Animationsfilm fantastisch umgesetzt. So überrascht es nicht, dass »Signalis« seit Veröffentlichung 2008 zahlreiche Film- und da vor allem Publikumspreise einheimsen konnte. Und wer jetzt Lust auf das etwas andere Ampelmännchen hat, kann sich den Kurzfilm hier bei Arte ansehen. Ich sag, ihr solltet das tun.
Kurzfilm: Welcome To Planet Earth
Seitdem uns Andreas Türk und Bärbel Schäfer verlassen haben, ist es ruhig geworden in UFO-Deutschland. Den von UFOs entführten Erwin Koslowskis und mit Analsonden penetrierten Lieschen Müllers fehlt seitdem schlichtweg die Plattform, um von ihrer aberwitzigen Begegnungen der dritten Art zu berichten. In den USA sieht das anders aus: dort brummt das Business mit den Kornkreisen und grünen Männchen nach wie vor. Zwar ist es nicht mehr wie zur Hochzeit der X-Akten, aber wer nur lange genug auf seine Entführungsgeschichte besteht, kommt früher oder später ins US-Fernsehen oder zumindest eine Illustrierte, die den Weekly World News in nichts nachsteht.
Oder aber man bekommt einen eigenen Kurzfilm spendiert. Wie im Fall von Jody Pendarvis aus Bowman, South Carolina geschehen, der in seinem Vorgarten ein das UFO Welcome Center errichtet hat. Bös bezungte Aliens würden das zwar nur für einen Haufen Schrott halten, aber für Pendarvis ist es nicht nur Rückzugsort und Hobby, sondern auch Lebensinhalt. Die neun Minuten lange Dokumentation der Livingston Bros. zeigt dies auf sehr behutsame und sehenswerte Weise.
Kurzfilm: More Than You Can Chew
Ich kämpfe mich gerade durch meinen urlaubsbedingt mehr als vollen Feedreader und stoße dabei überall auf den Kurzfilm »Portal: No Escape« von Dan Trachtenberg, einem amerikanischen Regisseur, der mir aber vor allem als Co-Host der Totally Rad Show bekannt ist, und der seine Webseite sträflich vernachlässigt. Doch noch besser als sein Portal-Kurzfilm, der vor allem durch hohe Production Values überzeugt, ist Trachtenbergs vorheriger Kurzfilm »More Than You Can Chew«. Ein sehenswertes kleines Horrorerlebnis, bei dem weitere beschreibende Worte nur den Spaß schmälern würden. Warum? Seht selbst:
(YouTube Direktvöllerei, via Cinematze)
Kurzfilm: Scenes from the Suburbs
Mit Arcade Fire konnte ich bisher nicht allzu viel anfangen. Mit Spike Jonze hingegen schon. Warum ich euch das sage? Weil seit heute (und wohl nur für ein paar Tage) Spike Jonzes 28minütiger Kurzfilm »Scenes from the Suburbs« kostenlos auf MUBI angesehen werden kann. Das ganze dabei als überlanges Musikvideo abzutun, wäre dabei ein unverzeihlicher Fehler, schafft Jonze es doch in dieser knappen halben Stunde nicht nur Themen wie Freundschaft und das Erwachsenwerden auf wunderbare Art und Weise aufzugreifen, sondern auch eine eigenes kleine Welt zu kreieren. Eine dystopische Welt, in der Amerikas Städe und Vorstädte sich gegenseitig bekriegen. Das ist spannend, davon würde ich gerne mehr sehen. DMZ lässt grüßen, sozusagen.
In diesem Sinne: Hier bei MUBI könnt ihr euch »Scenes from the Suburbs« zur Zeit kostenlos ansehen – was ihr unbedingt tun solltet. Hier nochmal der Trailer:
(Vimeo Direktvorstadt, via Nerdcore und Cinematze)
Ach ja: Die Musik war auch toll. Vielleicht sollte ich mir Arcade Fire nochmal geben.
One Minute Puberty
Der Berliner Freelance Designer und Space Samurai Alexander Gellner hat sich für seinen anderthalb Minuten langen Kurzfilm »One Minute Puberty« ganz offensichtlich meine Jugend zum Vorbild genommen. Denn das entspricht alles genau so meinen Erinnerungen, nur dass die Wirklichkeit nicht so unglaublich gut animiert war. Mehr gute – ach was, grandiose! – Arbeiten von dem Mann gibt’s auf seiner Webseite.
(Vimeo Direktpubertät, via Laughing Squid)
PS: Tja, und keine Ahnung, ob das nsfw ist oder nicht?! Wenn ihr bei Disney arbeitet, würde ich die Finger davon lassen. Im Priesterseminar ist’s wohl kein Problem.






