
Hier etwas für die anwesenden Watchmen-Fans, quasi: Agan Harahap aka Toyib hat diverse Superhelden in den historischen Realkrieg verfrachtet. Oben zu sehen: Superman zusammen mit US-Soldaten, die 1945 Schloss Neuschwanstein räumen, in dem die Nazis zahlreiche Kunstwerke versteckten, die sie während des Kriegs erbeuteten. Mehr historische Superhelden gibt’s in Toyibs Galerie. (via)
Superhelden im historischen Realkrieg
Danke, David.
Update, 12.11.: Passend dazu, gerade bei Popmoderne gefunden: The Hoff, der während der MTV EMAs 2009 erklärt, dass er für den Fall der Mauer verantwortlich ist (leider ohne Bewegtbild). “Alles klar?!”
Review-Rundumschlag #3 (Teil 2)
Und weiter geht’s mit dem dritten Review-Rundumschlag, der ganz – wir erinnern uns – im Zeichen von Filmen stand, die meine Erwartungen nicht erfüllten.
Zack and Miri make a Porno
… womit wir bei Zack and Miri make a Porno wären, Kevin Smiths Version einer Romatic Comedy und ergo des Fanboys Hoffnung auf eine Popkultivierung des Genres. Der Titel des bereits Mitte 2008 in den USA erschienenen Films (dafür ein lautes “Was soll der Scheiß?” an den Verleih) klang jedenfalls sehr vielversprechend und offenbarte bereits die Story: Zack und Miri, zusammenwohenende Schulfreunde Mitte / Ende Zwanzig und von chronischem Geldmangel geplagt, entschließen sich angesichts ihrer wasser- und stromlosen Wohnung dazu, ins Pornobusiness einzusteigen. Neben ein paar anderen “Amateuren”, sollen auch sie beide eine gemeinsame Szene drehen. Klar, das ihre Gefühle füreinander das Vorhaben nicht unbedingt erleichtern…
Steigen wir einfach mal direkt ein: hätte ich noch nie was von Kevin Smith gehört und keinen seiner Filme gesehen, ich hätte nach Zack & Miri keinerlei Bedarf mehr, dies nachzuholen und würde Herrn Smith in meine “Uninteressant”-Schublade stecken und wohl nie wieder rausholen. Nun kenne ich seine Filme aber, liebe Clerks, Dogma und natürlich die Figuren Jay & Silent Bob, und bin dementsprechend maßlos enttäuscht. Hier herrscht lange Zeit Lachflaute und die erhoffte Revolution des Genres passiert auch nicht. Für letzteres kann der Film zwar wenig, aber in Zeiten von Apatow & Co. sollte man sich lieber zwei Mal überlegen, ob ein derart unspektakulärer Liebesstreifen so betitelt, besetzt und vermarktet werden sollte wie hier geschehen. Denn ganz klar: Zack and Miri make a Porno gibt sich bitterböse und versaut, bietet im Endeffekt aber nur durchschnittlichen Blümchensex, wie ihn die Filmografie von Kevin Smith sicher nicht gebraucht hätte.
Public Enemies
Und dann war da noch Public Enemies von Michael Mann, in dem Johnny Depp den Gangster John Dillinger mimt, der zusammen mit seiner Bande in den 1930er Jahren das US-Justizsystem vorführte und nebenbei der Geburtsstunde des FBI beiwohnen durfte. Tatsächlich ist dieser auf den wahren Begebenheiten basierende 140-Minuten-Film aber ein mal mehr die typische Geschichte zweier Männer, deren Lebenswege aufeinander treffen und dabei zielgerade auf die Katastrophe zusteuern. (Und wer dieser erliegt, entnehmen wir ganz einfach – und oh, wie langweilig – den Geschichtsbüchern…)
Während Johnny Depp dabei wie immer glänzt, kann zur Abwechslung auch mal Christian Bale mit seiner an Arbeitsverweigerung grenzenden Ausdrucksstärke punkten, denn zu der Figur des Dillinger jagenden FBI-Beamten passt sie diesmal tatsächlich. Und das ist auch das einzige was bei Public Enemies passt. Denn ansonsten ist der Film oberflächlich, seine Szenen und Einstellungen sind austauschbar und alles wirkt – weil irgendwer irgendwann mal gesagt hat, dass es so sein muss – wie eine bloße Aneinanderreihung von historischen Fakten. Da kommt kein “Feeling” auf und für diese offensichtliche Diskrepanz zwischen Regiestuhl und Kinosessel sorgt hier meines Erachtens die Form selbst: Mann setzt nämlich in großen Teilen auf den Einsatz der (verwackelten) Handkamera, mit dem Ziel den Rezipienten mitten ins Geschehen zu versetzen. Das Gegenteil ist hier aber der Fall, denke ich: der Film sieht billig aus, ganz als würde man einer brasilianischen Tele Novela folgen. Ein in den 30ern angesiedeltes Gangsterepos stelle ich mir aber allein schon äußerlich ganz anders vor…
Und, liebe Leserinnen und Leser, was lernen wir aus dieser Geschichte von drei verheißungsvollen, aber enttäuschenden Filmen und einem überraschend guten Außenseiter? Dass die Marketingmaschinerie funktioniert. Oder unsere Erwartungen bei großen Namen zu groß sind. (Womit wir dann bei Inglourious Basterds wären…)
Band of Brother-Nachfolger: The Pacific
Dass ich vor einigen Wochen erstmals Band of Brothers gesehen habe und ziemlich begeistert von der zehnteiligen HBO-Miniserie von 2001 war, wissen meine Follower ja bereits.
Umso erfreulicher ist’s, dass mit The Pacific im März nächsten Jahres eine weitere Weltkriegs-Miniserie bei HBO starten soll. Ebenfalls von Steven Spielberg und Tom Hanks produziert, ebenfalls in zehn Teilen, nur wird dieses Mal halt nicht der Krieg in Europa, sondern die Gefechte mit den Japanern wiedergibt. Bleibt zu hoffen, aber davon gehe ich eigentlich aus, dass die Serie genauso gut wie ihr BoB wird. Gegen die Wartezeit hier der Trailer (mit Dank an Nerdsnacks für den Tipp!):
20. Jahrestag des Tian’anmen-Massakers

Heute vor 20 Jahren wurden die Demonstrationen der Demokratiebewegung in China blutig niedergeschlagen. Einen Tag später stellte sich ein später “Tank Man” oder “Unknown Rebel” genannter, unbekannter Mann vor eine Panzerkolonne. Das Foto, dessen Hintergründe im NYT-Blog Lens beleuchtet werden und das hier oben mit Lego nachgestellt wurde, ging um die Welt. Diese missbilligte das Vorgehen der chinesischen Regierung verständlicherweise und der “Vorfall” ist uns heute allen als Tian’anmen-Massaker bekannt. — Den Chinesen jedoch nicht. Dank Zensur und der 1984-ähnlichen Auslöschung der Geschichte hat man es geschafft, dass etwa chinesische Studenten keinerlei Ahnung haben, was auf dem Bild zu sehen ist.
Da eayz.net laut dieser Webseite jedoch noch nicht von der Great Firewall of China geblockt wird, besteht mit diesem Post immerhin der Hauch einer Chance, dass einer unserer milliarden chinesischen Leser hellhörig wird und sich fragt, was auf obigem Lego-Bildchen eigentlich zu sehen ist, den Links folgt und vor Ort eine neue Demokratiebewegung anzettelt. (via & mehr)
(Foto “Tiananmen Square” von Balakov, cc-lizensiert.)
köst.lich.es #12
Hey, die letzte Ausgabe unserer Linksammelposts köst.lich.es liegt zwar schon knapp 15 Monate zurück, aber weil sie sich so großer Beliebtheit erfreuen (tun sie doch, oder?) und weil hier RaR-bedingt die Tage so wenig los ist, dachte ich, “warum nicht wiederbeleben?” Im folgenden und dann in unregelmäßigen Abständen also wieder klickwerte Links.
Deutsche Ausgabe des Wired Magazins? · Condé Nast überlegt eine deutschsprachige Wired-Ausgabe auf den Markt zu bringen und Hendrik überlegt, wie das aussehen könnte. Mir persönlich würde der günstigere Bezug der US-Ausgabe vorerst gänzlich genügen.
Internet Mapping Project · Kevin Kelly, einer der Mitbegründer des US-Wired, hat die Leser seines Blogs dazu aufgefordert, Karten des Internets anzufertigen. Einige sehr nette und skurrile Sichtweisen dabei. (via)
The First Blogger · Oder um es mit DÄ zu sagen: “Wie hat das eigentlich alles angefangen?” Eine Frage, die sich nicht so leicht beantworten lässt. (via)
Die Generation C64 schlägt zurück · SpOn beschreibt am Streit um Zensursulas Internet-Sperrlisten, wie wir digital natives es satt haben, dass über unsere Köpfe hinweg regiert wird. Für SpOn außergewöhnlich lesenswert & sogar auf der guten Seite der Macht.
100 Best Movie Lines in 200 Seconds · 100 Best Movie Lines in 200 Seconds.
Mäuse
Irgendwie Passend zum Darwin-Jahr: die Evolution der Computermaus. Vom soliden Holzklotz, über die erste salonfähige Microsoft-Maus zum Schnäppchenpreis von 195 $ bis zum angeblich wärmespendenden, aber vor allem anzüglichen Mäuse-Minirock.
Schwachsinnige Bonusfrage: Welche Maus benutzt du und warum? Ich fang mal an…
Der cruise’sche Stauffenberg
Operation Walküre, der Film über das Stauffenberg Attentat und den versuchten Staatsstreich vom 20. Juli 1944 wurde hierzulande ja bereits von jedem, warum auch immer dazu befähigten und/oder berufenen Medienmenschen von allen erdenklichen Seiten beleuchtet und durchgekaut. Während der Dreharbeiten, längst bevor der Film die hiesigen Kinos erreichen sollte, während der Premiere und danach. Alles nur, weil der (unter)durchschnittliche Hauptdarsteller ein der Scientologe per se ist und so einer natürlich nicht das Gesicht des Deutschen Widerstands verkörpern sollte. Die ganze Diskussion ist vielleicht nicht gerechtfertigt, wahrscheinlich ist sie es schon, aber auf jeden Fall ist sie ermüdend und im Endeffekt mehr als ertraglos. Euer schreibfauler Lieblingsrezensionist wird seine kostbaren Ressourcen daher also nicht für diesen Diskurs aufbringen, sondern direkt im eigentlichen Film einsteigen.
Bryan Singer, der immerhin immer wieder für die leblosen Reinkarnationen von Superman verantwortlich ist, hat mit Operation Walküre einen typischen Heist-Movie geschaffen. Zu jeder Zeit beschäftigt sich der Film mit dem Plan Hitler zu töten und seine Regierung abzusetzen. Warum dass getan werden muss, ist natürlich nicht weiter erwähnenswert und wird daher nur obligatorisch abgehandelt. Die Beweggründe vom, von Tom Cruise dargestellten Claus Schenk Graf von Stauffenberg dürften meines Erachtens jedoch elementar für die Entwicklung des Films und die Einbeziehung des Zuschauers sein, dennoch werden sie ebenso übergangen. Er hat halt was gegen die Nazis und ihre Methoden. Und daher muss er ein super Typ sein. (Dass das historisch zumindest bezweifelt werden kann, zeigen verschiedene Briefe von Stauffenberg, in denen er nationalsozialistisches Gedankengut offenbart. Diese berechtigten Zweifel an Stauffenberg verschweigt der Film natürlich und verständlicherweise weitestgehend.)
Historisch hat man also das ein oder andere Mal ‘geschummelt’, damit der Film überhaupt funktioniert und unterhaltsam wird. Und wenn man davon absieht, dass es Cruise zu keiner Zeit gelingt, seine eigene Haut abzustreifen und den Deutschen wirklich zu verkörpern, dann gelingt es Valkyrie seinen Anspruch auf Unterhaltung zu erfüllen – untermauert mit der richtigen (und notwendigen!) Portion Respekt, ergo Bedrückung. Zumindest außerhalb von Deutschland. Hier jedoch ist jeder dank des Geschichtsunterricht mit dem Verlauf und Ausgang der Geschehnisse vertraut und wenn man Plan, Probleme und Ende kennt, funktionieren Heist-Movies natürlich nicht.










