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Einträge, die mit buchverfilmung getaggt wurden.

Endzeit-Diesel

Babylon A.D. ist wahrlich ein komisches Stück Film. 20th Century Fox, die Produktionsfirma hinter dem Film, lässt Regisseur Mathieu Kassovitz nicht den kreativen Freiraum, den er für seine Arbeit benötigt und versucht stattdessen mit Babylon A.D. endlich auch einen Sommer-Blockbuster á la Dark Knight und Iron Man abzuliefern – also nur aus rein finanzieller Sicht. Kassovitz ist dementsprechend verärgert und macht seinem Unmut Luft, indem er bereits vor dem Kinostart verrät, dass man von Babylon A.D. nur “pure violence and stupidity” erwarten kann, das ganze überhaupt nicht seiner Vorstellung gerecht wird und stattdessen in Teilen eher an eine schlechte Folge von 24 erinnert (siehe hier). Solch harte Töne hört man selten. Doch in Anbetracht dieser Umstände lässt sich immerhin darüber hinwegsehen, dass man hier in bester Boll-Manier einen Vin Diesel eingespannt hat…

Herr Diesel spielt also den Auftragskiller Toorop, der in einer vom Krieg zerstören nahen Zukunft den Auftrag bekommt, eine junge Frau in die USA zu bringen, die letzte Bastion von Friede und Freiheit. Das Problem, dass Toorop ein gesuchter Terrorist in den USA ist, entpuppt sich schnell als nebensächlich, denn das Mädel hat irgendwelche Kräfte, weshalb auch noch ein Haufen anderer Typen hinter ihr her sind.

Ja, das liest sich lahm und ist’s im Endeffekt auch: Typ Killer bestreitet mit Frau (jung, blond) gefährlichen Abenteuertrip. Kennt man irgendwoher. Und auch wenn die Parallelen zu Children of Men mehr als offensichtlich sind, kann Babylon A.D. nie an dessen Status heranreichen. Dabei gibt sich Babylon tatsächlich Mühe: der Endzeit-Stil des heruntergekommenen Ost-Europas überzeugt (endlich mal weg von der Insel), es gibt eine Handvoll wirklich cooler Gadgets und dazu noch einen sehenswerten Gastauftritt Gérard Depardieu. Alles wirklich toll, doch leider nicht genug: die Logik bleibt größenteils auf der Strecke, Toorop, der gern ein bisschen mehr wie die Klapperschlange wäre, ist der profilloseste Endzeit-Checker seit langem und schließlich kann man sich nicht zwischen Trash und Arthouse entscheiden. Kurzum: Babylon A.D. würde gern in der Bundesliga spielen, bleibt aber bemüht in der Kreisklasse stecken. Dabei hätte es doch für Rugby gereicht…

EMDb – Rating: 1,5/5

Narnia 2

Wie schon im letzten Jahr hat’s mich auch dieses Mal ins Passauer Multiplex getrieben. Nach dem preislichen Totalausfall von 2007 (8 Euro für ne Mittagsvorstellung) haben wir diesmal auf unseren inneren Sparfuchs gehört und uns zur Betrachtung der Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia den Hartz-IV-freundlichen Kinotag auserkoren. Aber: der Fuchs unter den Lesern weiß jedoch, dass Eay – bis auf eine Ausnahme – kein Freund von Fantasy-Filmen jeder Art ist und sich Narnia 2 vor allem auf Wunsch seiner Freundin angesehen hat. Wie ist also sein Urteil über Prinz Kaspian ausgefallen? Wird er es zerschmettern? Oder mochte er es gar? Und warum schreibt er von sich in der dritten Person? Fragen über Fragen…

Deren simple Antwort heißt: weder noch. Denn man muss ganz einfach bedenken, um was für eine Art Fantasy-Romanverfilmung es sich hier handelt: ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei den Narnia-Verfilmungen um ziemlich desaströse Buchverfilmung handelt (Film 1 behandelt Buch 2, Film 2 hingegen Buch 4, da die Kinder-Protagonisten nur hier mitspielen), sind die Filme vor allem das wirtschaftliche Disney-Gegenstück zu Warners Fantasy-Monopol, bestehend aus Harry Potter und Herr der Ringe. Insoweit ist es nicht weiter verwunderlich, dass man sich an den offensichtlichen Vorbildern der Konkurrenz orientiert: Narnia wird düsterer, die Schlachten werden epischer. Das gefällt. Und dass das alles technisch solide umgesetzt ist, ist heutzutage und bei einem Budget von 200 Millionen Dollar klar.

Aber, hach, die Story… Man versucht hier eine für Kleinkinder, Heran- und Erwachsene interessante Geschichte zu erzählen, die neben der Botschaft von christlich-konservativen Werten auch noch dem Disney-Familien-Mainstream-Publikum zu gefallen versucht. Nicht verwunderlich, dass diese Standpunktlosigkeit das ganze irgendwo im Sand verlaufen lässt. Fantasy-Fans, Harry Potter-Leser und (größere) Kinder werden zwar eine gute Zeit mit Prinz Kaspian haben, nur war’s das dann aber auch.

Doch Obacht: wenn man vom selbstauferlegten Erziehungsauftrag der beteiligten Walden Media erfährt (vgl. diesen Zeit-Artikel), überlegt man sich drei Mal ob man die Kleinen nach Narnia schickt. Könnte man sein Gehalt ja quasi direkt für Scientology, Familie Bush und andere Grusel-Fraktionen spenden…

EMDb – Rating: 1,5/5

Nineteen Eighty-Four

Wollte ich schon vor Tagen bringen, hatte dann aber vergessen woher ich’s hab, aber dann bringt’s zum Glück noch jemand alle: Bei Google Video gibt’s die beiden Verfilmungen von George Orwells berühmt-berüchtigten Roman 1984.

Zum einen die BBC-Version von 1954, die ich selbst auch noch nicht gesehen habe – was ich aber nun, Google sei dank, nachholen kann. Zum anderen die Verfilmung aus dem Jahr 1984, die sich bereits in meinen DVD-Schrank eingereiht hat und die ich auch jedermann wärmstens empfehlen kann. Also schnell hin, wer weiß wie lange sie noch online sind… (via)

Der Öl-Mann

Am Sonntagabend haben wir uns auf den Weg ins One Dollar House gemacht, um doch noch endlich den Oscar-prämierten und vielfach nominierten Film There will be blood zu sehen. So saßen wir also 2 ½ Stunden da und sahen dem Öl-Mann Daniel Plainview dabei zu wie er das tat, was er am besten kann: Leute über’s Ohr hauen und Öl fördern. Dass das Ergebnis dann sogar für den ‘Best Motion Picture’-Oscar nominiert war, kann ich irgendwie nicht nachvollziehen: There will be blood ist lang, langatmig und langweilig. Okay, langweilig ist etwas übertrieben, schließlich hat der Film überaus spannende Momente – nur die leider viel zu selten. Was mir hingegen – nach kurzer Eingewöhnungsphase – wirklich gut gefallen hat, ist der Soundtrack. Wirkt zwar wie aus einem unheimlichen Fiebertraum, war aber sehr stimmig und passte zum Geschehen. Ansonsten, wie gesagt, Leere. Aufgrund der durchweg guten Rezensionen scheine ich mich hier aber zu täuschen. Vielleicht bleibt There will be blood für mich ein guter Wein, den ich erst mit den Jahren zu schätzen weiß – wenn ich zu alt für YouTube und Videospiele bin. Ja, vielleicht lerne ich dann, den Öl-Mann zu schätzen, wer weiß…

Hüpfer

Zum Einstieg ins vergangene Wochenende Jumper angeguckt. Laut Herrn Lee ist’s die Fortsetzung des alten Konflikts zwischen Anakin und Mace Windu. Klingt gut, da muss was dran sein. Also nix based on the novel Jumper: Während Anakin, also Hayden Christensen, hier einen jungen “Jumper” spielt, der standesgemäß die Kraft besitzt, sich an (fast) jeden Ort zu beamen teleportieren jumpen, ist Mace Windu sein Jäger. Samuel L. Jackson jagt also zur Abwechslung mal keine Schlangen, sondern Jumper. Und zwar aus religiösen Beweggründen – ein Versuch dem Film mehr Tiefe zu verleihen. Tiefsinnig ist er nämlich nicht. Stattdessen bietet Jumper nicht mehr (und nicht weniger, das muss ja auch mal gesagt werden) als stinknormale Popcorn-Action-Kinokost. Wer Lust darauf verspürt, nur zu. Alle anderen können in der Zwischenzeit beruhigt Däumchen drehen. — Übrigens: Regisseur Doug Liman hat aufgrund des Erfolgs an den Kinokassen bereits sein Interesse und seine Ideen für ein Sequel verkündet. Darin soll dann auch Rachel Bilsons Charakter Jumper-Kräfte erlangen. Wow.

Das ist LIEBE!

König Leonidas ist kein Spartiat mehr. Er ist nur noch der Ehemann von Hilary Swank, der Frau mit der ätzendsten Synchronstimme des Jahres, und dann stirbt er, hinterlässt seiner Frau aber noch ein paar tröstende Briefe. So die Story von P.S. Ich liebe dich. Frau Eay hat den Film am Samstag mit einer Freundin gesehen (während ich durch Raum und Zeit gereist bin) und ich dachte, ich bin raus aus der Nummer. Doch nichts da, ein mal gucken war ihr nicht genug: “Schaaahatz, gehen wir heute noch mal in den Film?” “Äh, was?” “Bütte, bütte … ♥!” Und da Mann sich dann doch nicht wiedersetzen kann, saß ich also kurze Zeit später in besagter Verfilmung vom gleichnamigen Buch. Und ja – bitte nicht schlagen, ihr coolen Kids – ich kann verstehen, warum sie denn Film noch mal sehen wollte. Für alle weiblichen Leserinnen (und alle die es werden wollen, höhö) auf jeden Fall eine ganz klare schnulzige, aber nicht zu schnulzige Empfehlung. So, und jetzt geh ich Enten füttern.

Ich bin Legende

Das erste mal im Kino dieses Jahr und schon gibt es – das wollen uns Print, Funk und Fernsehen einreden – den (nein, nicht etwa den ersten, sondern den) Blockbuster des Jahres zu sehen: I am Legend, die dritte Verfilmung des gleichnamigen Buches, das hierzulande sinnigerweise den fantastischen Titel Ich bin Legende trägt. Story-technisch hat man das ganze etwas mehr ins Jahr 2008 verfrachtet und das geht dann so: Ein Virus, das ursprünglich dazu entwickelt wurde, Krebs zu heilen, rafft 99 Prozent der Menschheit dahin. Der Rest verwandelt sich in Zombie-Vampire, die unglaublich viel Hunger und unglaublich viel Angst vor Sonnenlicht haben. Aber wie das halt so ist, wenn die Menschheit ausstirbt: einer (Will Smith, der hier wirklich überzeugen kann) bleibt übrig und versucht wieder alles ins Lot zu bringen. Wow. Währenddessen gibt’s wunderbare Bilder vom verlassenen New York (plus Hidden Tracks) und durchaus spannende und erschreckende Momente. Was dann aber ab der 90. Minute passiert, geht meiner Meinung nach gar nicht, weshalb ich euch an dieser Stelle an einen Film mit sehr ähnlichem Setting verweise, diesmal aber im verlassenen London, und unterm Strich besser: 28 Days Later – gibt’s auch schon zum Preis von Kinokarte und Futter.

Gimmick: Wer auf schwarzweiß und kostenlos steht, der kann sich die 1964er Verfilmung “The Last Man on Earth” hier ansehen (und danach gerne erzählen wie’s war). Weiterlesen

Harry Potter und der Gähner des Eay

Ich habe keine Ahnung was Muggels sind, wer oder was ein Voldemort ist oder was an diesem Zauberer mit der blöden Brille so interessant sein soll. Das einzige was ich weiss, steht auf dem T-Shirt, das ich gerade trage. Bedeutung davon? Fehlanzeige! Kenne ich beide nicht und – Achtung, Achtung! – interessiert mich auch nicht die Bohne. Generell war der einzige Fantasy-Titel, der mich jemals begeistert hat ein Online-Rollenspiel von Blizzard. Ja, auch dem Herr der Ringe kann ich nichts abgewinnen. Ich brauche Wookiees statt Riesen und Lichtschwert statt Zauberstab.

Dennoch habe ich Harry Potter und der Orden des Phönix im Kino gesehen. Nicht weil mich die US-Armee dorthin zitiert hatte, nein, viel banaler: die Freundin wollte ihn sehen. Ihre Meinung als Harry-Potter-Sympathisant der ersten Stunde-bevor-der-Ausverkauf-begann vorweg: Sie fand den fünften Film der Harry Potter-Heptalogie sehr gut.

Tja, und auch ich konnte mich durch die zwei Stunden tragen: Zwei Stunden voller merkwürdiger Dialoge (“Nur weil ihr jetzt zaubern dürft, müsst ihr nicht den ganzen Tag mit euren Zauberstäben wedeln.”) und zwei Stunden mit dieser Witzfigur von Hauptdarsteller. Immerhin sollte ja abschließend ein netter Kampf zwischen dem “Du weisst schon wer”-Futzi und dem Peter Parker-Lookalike stehen, dachte ich. Aber Pustekuchen! Worst showdown ever! Die Enttäuschung für alle Dads und Mr. Rights kam heimlich herangeschlichen. Ich habe Doppelstunden zwar schon deutlich langweiliger verbracht (ein Gruß an meine Lehrer!), aber Harry Potter 5 ist erwartungsgemäß nur für Fans respektive Kenner der Materie und weniger als Standalone-Film für Potter-Noobs geeignet. Aber das ist wohl immer häufig der Fluch des Sequels.

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