
* Der Titel dieses Artikels ist ein Zitat von SPD-Politiker Christoph Matschie, der für eine schnelle Einführung einer Anti-Terror- Datei plädierte, in der alle Infor- mationen über Terroristen ge- sammelt werden, da angesichts der Bedrohung jetzt nicht die Zeit für einen Monate andauernden Streit um Details sei.
(Foto von Andreas Müller, unter GNU-Lizenz
via Wikipedia
)
Gut, das Leben ist hart. Das wissen die meisten von uns. Wie hart das Leben sein kann wissen allerdings nur die wenigsten in Deutschland. Und deshalb wird hier gejammert. Das ist seit ein paar Jahren nichts neues. Und dieser Tage wird besonders viel gejam- mert. Stichwort: Angst! Oder noch eins (Anm. d. Autors: Mein Favorit): Bombe!
Wenn man das Wort "Bombe" zur Zeit in der Öffentlichkeit benutzt, kann es passieren, dass man sich bald von freundlichen Menschen in grün interviewt sieht. "Warum man das gesagt habe?" oder "Warum man im Zug denn mal auf Toilette müsse und dann auch noch seine Tasche für 30 Sekunden am Platz lasse?"
Es ist bekannt, dass ein so gigantisches Wesen wie ein Staat sich nur langsam fortbe- wegt, was auch gut ist. Denn ein Staat bewegt sich permanent durch einen Porzellan- laden aus Meinungen, Rechten und Bedürfnissen seiner Bürger und wir wissen, aus dem Sprichwort heraus, was passiert, wenn man sich in einem Porzellanladen hektisch bewegt. Diese langsame Bewegungsweise stößt aber nicht immer auf Zuspruch in der Bevölkerung, sprich: Nie!
Nun ist es vorgekommen, dass einige Leute, die Vorgeben einen Auftrag Gottes zu haben, versucht haben Züge in diesem Staat in die Luft zu sprengen. Und das Volk ruft: "Mehr Sicherheit!", "Weniger Islam!" usw. Just in diesem Moment wittern Menschen, die dem langsamen System dieses Staates vorstehen die Chance Sympathien zu sam- meln. Gesagt, getan! Schon wird in hektischer Weise versucht Mehr Sicherheit! zu garantieren. Was man da in letzter Zeit alles so hören konnte war, lächerlich bis grauenvoll erschreckend. Hier einmal zwei Beispiele:
1. Bewaffnete Zugbegleiter: Großartig. Auch Rail Marshals genannt. Was Rail Marshals sind? Superhelden mit geheimer Identität, die dazu befugt sein werden innerhalb eines Zuges jeden Mit einer Waffe zu bedrohen, der ver- dächtiges Verhalten(?) an den Tag legt. Siehe auch die schon gebräuchlichen Sky Marshals
. (Anm. d. Autors: Für
mich der lustigste oder traurigste Vorschlag. Ich kann mich noch nicht entscheiden.) Ausserdem stellt sich noch die Frage, wie die bewaffneten Herren auf einen herrenlosen Koffer reagieren werden. Werden sie ihn bedrohen und auffordern die Griffe zu heben und sich nicht zu bewegen? (Danke Gamto!)
2. Ausweitung der Kameraüberwachung: Ein echter Leckerbissen. Die ersten neuen Kameras sollte man direkt in Moscheen aufhängen. Und wenn man schon dabei ist, dann auch in Kirchen (Man weiß ja nie, was diese Christen so planen)(Anm. d. Autors: Ich wollte eigentlich auch noch Synagogen erwähnen, aber man darf in Deutschland in dieser Form nicht über Synagogen schreiben. Achtung, Achtung: Dies ist kein Antisemitismus sondern Satire!!! Glück gehabt ...). Danach kann sollte man Anfangen Kindergärten und Grundschulen zu überwachen, denn wir wissen aus den Nachrichten, dass diese Islamisten schon ihre Kinder zu kleinen Mördern erziehen. Gott sei Dank gibt es auch noch Menschen, die die Sache mit kühlem Kopf betrachten. Datenschützer zum Beispiel, die aber im Augenblick von den meisten Menschen als Rumzeterer angesehen werden. Das Lieblingsargument des einfachen Bürgers für die Kameraüberwachung übrigens: "Wer nichts zu verbergen hat, dem kann das doch egal sein, ob er beobachtet wir!"
Ehrlich? Kann es einem egal sein, ob man von fremden Beobachtet wird? "So lange die Kamera nicht in meinem Wohnzimmer hängt." So kommt es, dass Deutschlands Bevölkerung nach und nach freudestrahlend die Freiheiten aufgibt, die ihr nach dem zweiten Weltkrieg geschenkt wurde. Das mag traurig sein, aber eigentlich ist das eine ganz normale Folge der fortschreitenden Verdummung der Bevölkerung. Mangelndes Interesse am Weltgeschehen, mangelndes Interesse an der Inlandspolitik und mangelnder Wille sich zu Bilden.
Daraus resultiert die Hysterie oder Hypersensibilisierung, wie man es auch nennen will, die im Moment grassiert. Und wie reagiert die Politik und die Presse? Anstatt die Menschen zu beruhigen und konstruktiv für ein bessere Sicherheits- situation zu arbeiten schüren sie die Angst. Und eben hier erreichen die Terroristen schon was sie wollen. Schrecken
ist die wörtliche Übersetzung des Wortes Terror. Schrecken und die Behinderung des öffentlichen Lebens. Das sind die Ziele der Terroristen, die sie im Moment in Deutschland verfolgen. Denn seien wir doch mal ehrlich. Weder eine Kamera noch ein Rail Marshal sind in der Lage einen Menschen zu stoppen, der vorhat sich selbst in die Luft zu sprengen und damit Menschen zu töten. Das zu glauben oder die Leute glauben zu machen, ist die größte Lüge seit irgendjemand behauptet hat, Saddam Hussein hätte Massenvernichtungswaffen.
Was allerdings noch schlimmer ist, ist der Graben, der sich durch die Bevölkerung zieht. Er wird immer größer. Und auch das wird forciert durch manche Politiker und Teile der Presse. Jeder weiß, wer gemeint ist, hier soll sie ungenannt bleiben. Sie schüren das Misstrauen in der Bevölkerung. Schreiben darüber, dass manche bereits Angst haben sich einen Döner zu kaufen. Tatsächlich? Oder sie trauen sich nicht mehr ihren ehemaligen Freunden in die Augen zu schauen, weil sie nicht wissen wo sie beten, wo sie nach der Arbeit hingehen oder was sie zu Abend essen. Deshalb bekommen sie Angst vor deren "dunklen Ausländischen Augen" (???). In welchem Land Leben wir, wo interkultureller Hass auf diese plumpe und offensichtliche Art geschürt werden darf. Wo einfach, weil es irgendjemandem in einer Redaktion oder einer Partei in den Sinn kommt, dass man damit die Auflagen steigern oder Stimmung machen kann, Misstrauen und Angst im Volk verbreitet werden darf. Gibt es denn kein Gewissen mehr? Keine Vernunft unter den mächtigen? Wahrscheinlich nicht. Deswegen muss etwas geschehen. Wir müssen endlich wieder lernen selbstständig zu denken und kein Opfer zu sein, vom Nilpferd, dass den Elefanten in den Porzellanladen geschubst hat.
M*o*D, der Autor dieses Artikels, ist Mitglied der eayz dot net Writing Force. Und damit M*o*D weiss, was du von seinem Artikel und der ganzen Terrorismusthematik hälst, solltest du hier im Blog einen Kommentar zurücklassen.
- M*o*D // 1.9.2006



